Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

Nachbarschaftsheim Schöneberg

Im Porträt

Rund 1100 Mitarbeitende engagieren sich in mehr als 80 Einrichtungen und Projekten des Nachbarschaftsheim Schöneberg. Wir sind stolz auf ihren Einsatz. Einige von ihnen wollen wir an dieser Stelle kurz vorstellen und einen Eindruck aus ihrer täglichen Arbeit vermitteln.

Kita & Familie

Claudia Grass, Koordinatorin Familienbildung

Seit 30 Jahren arbeitet Claudia Grass im Nachbarschaftshaus Friedenau. Die ausgebildete Erziehungswissenschaftlerin schätzt vor allem den kollegialen Umgang und die ineinandergreifenden vielfältigen Angebote im Nachbarschaftsheim Schöneberg. Mehr...

Pflegen & Begleiten

Stefan Kühn, Pflegehelfer in der ambulanten Pflege

Stefan Kühn wollte einen krisensicheren Job und wechselte nach 33 Jahren in der Gastronomie in die Pflege. Jetzt arbeitet er als Pflegekraft in der Sozialstation Friedenau. Was ihn zu seinem Quereinstieg bewogen hat und warum er sich für seine Arbeit im Nachbarschaftsheim Schöneberg weiterbildet. Mehr...

Kita & Familie

Babette Kalthoff, Leiterin der Kita Riemenschneiderweg

Seit mehr als 23 Jahren leitet Babette Kalthoff die Kita Riemenschneiderweg. Langweilig wird es ihr nie, sie sprudelt vor Elan und Ideen und gibt das auch an die Kolleginnen, Kollegen und vielen Eltern weiter. Warum sie seit mehr als 30 Jahren für ihre Arbeit im Nachbarschaftsheim Schöneberg brennt. Mehr...

Pflegen & Begleiten

Bettina Friedel, Pflegerin der Sozialstation Friedenau

Bettina Friedel wollte eigentlich Künstlerin werden, über ihre Schwester kam sie in den Pflegebereich. Seither lässt sie ihre künstlerischen Fähigkeiten in ihre alltägliche Arbeit als Pflegerin einfließen. So sind bereits ein Buch und ein Kalender in Zusammenarbeit mit Demenzerkrankten entstanden. Mehr...

Handwerker

Marlon Dorndorff, Gärtner im Team der Haustechnik

Der gelernte Gärtner aus Friedenau war viele Jahre lang ohne Arbeit. Er meldete sich freiwillig zum Rasenmähen im Jugend- und Familienzentrum JeverNeun. Sein ehrenamtliches Engagement brachte ihn zu seinem Job im Nachbarschaftsheim Schöneberg. Jetzt arbeitet er Vollzeit in der Nachbarschaft. Mehr...

Kita & Familie

"Der kurze Arbeitsweg ist für mich attraktiv"

Claudia Grass ist eine von mehreren Koordinatorinnen im Bereich Familienbildung. Sie arbeitet seit mehr als 30 Jahren im Nachbarschaftsheim Schöneberg und ist unter anderem für das Angebot und Programm der Familienbildung im Nachbarschaftshaus Friedenau zuständig.

Claudia, du bist Erziehungswissenschaftlerin, da ist das Feld in dem man arbeiten kann groß. Was hält Dich seit 30 Jahre in der Familienbildung?

Während meines Studiums habe ich einen Kurs für alleinstehende Eltern geleitet, weil ich selber in der Situation war und die Leiterin dieser Gruppe krankheitsbedingt nicht mehr weitermachen konnte. Ich dachte mir damals, dann mach ich das einfach mal. So bin ich in die Familienbildung gekommen. In diesem Feld sehe ich meine Kompetenzen und Erfahrungen und das habe ich nie in Frage gestellt.

Warum hast Du dich beim Nachbarschaftsheim Schöneberg beworben?

Das war 1990, zuvor habe ich in einer Kita als Erzieherin gearbeitet. Für mich war klar, dass ich keine Erzieherin bin. Ich wollte immer mit Erwachsenen arbeiten. 

Was macht für dich das Arbeiten beim Träger aus?

Die Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich zusammenarbeite und zusammengearbeitet habe. Das ist schon ein großes Pfund über viele Jahre. Es gibt aus meiner Sicht hier einen sehr kollegialen, wertschätzenden Umgang miteinander. Was den Träger für mich attraktiv gemacht hat, war der kurze Arbeitsweg. Ich habe früher in Spandau gearbeitet und erst hinterher gemerkt, wie viel Lebenszeit ich verschwendet habe. Es war auch immer möglich, die Arbeitszeit meinen Bedürfnissen anzupassen. Das ist auch nicht selbstverständlich.

Was gefällt Dir besonders?

Die Arbeit im Nachbarschaftsheim finde ich auch deswegen so gut, weil die Familienbildung ein „Opener“ ist. Das heißt, wenn Familien das NBHS bereits kennen, dann nehmen sie auch andere Dienstleistungen leichter in Anspruch. Wenn sie zum Beispiel pflegebedürftige Eltern haben, dann wissen sie, dass wir einen Besuchsdienst, eine Kontaktstelle Pflegeengagement und eine Sozialstation haben. Oder sie kommen einfach zu einer unserer tollen Kulturveranstaltungen und bringen noch ihre Nachbarin mit. Das ist für mich ein großer Schatz und Familienbildung kann auf diesem Wege viel ganzheitlicher stattfinden, weil sie auch eingebettet ist in Themenbereiche, die nicht nur die Familie betreffen.

Kann man sich für Themen junger Eltern wie Windelinhalt, Schlafen, Beikost noch begeistern, wenn man wie Du mit zwei erwachsenen Kindern damit schon längst abgeschlossen hat?

Das fängt bei mir jetzt wieder von vorne an! Ich bin doch jetzt Oma. Der Umgang mit den Themen hat sich geändert, die Themen haben sich nicht verändert.

Weitere Informationen zur Familienbildung finden Sie hier.

Sie wollen sich umorientieren oder sind auf Jobsuche, dann schauen sie gerne in unsere aktuellen Stellenangebote.

Nach oben

Pflegen & Begleiten

Vom Gastronom zum Pfleger

Über „Oma“, wie Stephan Kühn liebevoll seine Nachbarin nennt, ist der 49-jährige Berliner in die Pflege gekommen. Seit Mai 2020 arbeitet er als Pflegekraft in der Sozialstation Friedenau. Eigentlich ist er gelernter Koch, hat Jahrzehnte in der Gastronomie gearbeitet – zuletzt als Geschäftsführer eines Restaurants am Potsdamer Platz. „Doch dann kam Corona und ich habe nach etwas Krisenfestem gesucht“, sagt Stephan Kühn.

"Wieso nicht in die Pflege?"

 Seiner Nachbarin hilft er schon seit Jahren schon. Für „Oma“ ist er täglich da – er kauft für sie ein, putzt, kocht, beantragt einen Pflegegrad, bringt ihren Alltag in Ordnung und ihr Leben auf Trab. Seine Erfahrungen aus der Gastronomie sieht Stephan Kühn als Vorteil für seinen neuen Job: „Ich schaue mir die Menschen an, ohne sie zu bewerten.“ Im Gastronomiebetrieb hatte er ein Gespür dafür, ob er einen Tisch mit feiernden Damen unterhalten sollte oder lieber zurückhaltend Geschäftsleute beim Business-Lunch versorgte. „Diese Erfahrung lässt sich gut auf die Pflege übertragen."

Stephan Kühn bringt mit seiner empathischen Art viel frischen Wind in die häusliche Pflege und gewinnt dadurch das Vertrauen der von ihm betreuten Kundinnen und Kunden. Er packt an, hat aufbauende Worte dabei und motiviert, wo es nötig ist. Im Gegenzug erhält er viele ehrliche Worte und vor allem viel Dankbarkeit. „Viele Menschen haben sich ihren Lebensabend oft anders vorgestellt. Da sitzt man plötzlich im Rollstuhl oder ist nach dem Tod des Partners einsam. Dann hilft manchmal Reden, ehrliches Reden. Und Zuhören. Oder ein Witz. Aber das geht natürlich nicht immer und nicht bei jedem. Aber das kann man rausfinden", erzählt er lächelnd.

Wichtig ist Stephan Kühn der Austausch mit Menschen

Dass der Beruf nicht für jeden gemacht ist, weiß auch Stephan Kühn. Aber das sei nun mal wie in jedem anderen Job auch – „man informiert sich, probiert Dinge aus und am Ende weiß man, ob es das Richtige ist oder nicht“. Besonders wichtig ist ihm der Austausch mit Menschen. Für Stephan Kühn scheint der Branchenwechsel zu passen: Neben seiner Tätigkeit als Hauspfleger für die  Sozialstation Friedenau hat er im Oktober 2020 ein Fernstudium zum Fachwirt im Sozialen Gesundheitswesen begonnen und kann sich vorstellen, sich in diesem Berufsfeld weiter zu bewegen – und in der Pflege etwas zu bewegen.

Alle Angebote des Nachbarschaftsheim Schöneberg im Bereich der Pflege finden Sie hier.

Denken Sie auch über einen Quereinstieg nach oder wollen sich dazu informieren? Dann finden Sie auf unserer Karriere-Seite Informationen dazu.

Nach oben

Kita & Familie

Erzieherin - eine Herzensangelegenheit

5000 Kilometer trennen Berlin und Kankan in Guinea. Und doch fühlen sich hier, mitten in Europa, gerade einige Kitaerzieherinnen ihren Kolleginnen südlich der Sahara sehr verbunden. Der Grund: Ein neuer Kindergarten nimmt in Kankan seine Arbeit auf. Der in Berlin ansässige Verein „Mama Afrika“ hat das initiiert. Da ließ sich Babette Kalthoff, Leiterin der Kita Riemenschneiderweg, nicht lange bitten. Sie, ihr Team und die Kinder helfen, flugs haben sie eine Kunstauktion organisiert. Sie versteigerten Bilder, die sie gemalt haben, zugunsten der Kita in Guinea.

Eine Herzensangelegenheit

Wenn es um Aufbruch und Aufbau geht, rührt sich etwas am Riemenschneiderweg. Es ist ein Reflex. „Unsere eigene Geschichte ist so nah“, sagt Babette Kalthoff. Vor 17 Jahren hat sie selbst eine Kita ins Laufen gebraucht, Neuland beackert. Daher lag ihr das Projekt in Kankan sofort am Herzen, es wird eine langfristige Patenschaft. Und noch etwas: Babette Kalthoff ist selbst in Afrika geboren, bis sie fünf war, lebte sie mit ihrer Familie dort. Zufall ist das alles nicht.

1997 übernahm das Nachbarschaftsheim die Kita Riemenschneiderweg vom Bezirk, es war ein Neubau. Fortan plante Babette Kalthoff letzte Details mit Architekten, entwickelte Kitakonzepte, erprobte sie mit ihren Mitarbeiterinnen. Manches verwarfen sie.

Die Suche nach Neuem ist allgegenwärtig

„Wenn jemand eine gute Idee hatte, haben wir sie möglichst aufgenommen“, sagt die Kitaleiterin. Ein starres Korsett gab es nicht. Babette Kalthoff lobt die Autonomie, die sie hatte. Der Aufbruchsgeist übertrug sich auf die Elternschaft, viele packten mit an, und viele tragen, das ist erwünscht, immer auch Etwas aus ihren unterschiedlichen Kulturen ins Haus. Genauso gibt es Besuche bei älteren Menschen, die Mitarbeit von Ehrenamtlichen, den Austausch mit Schulen.

„Alle brennen für das, was sie tun“,

sagt Babette Kalthoff. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, wie sie, sollte es einmal haken, wieder jeden mit ihrem Eifer ansteckt. Im Nachbarschaftsheim arbeitet sie seit 25 Jahren. Ursprünglich war sie Krankenschwester, dann wurde sie Erzieherin, auch Heilpraktikerin. 1988 kam sie in die Kita Fregestraße. Diese leitete sie vorübergehend, bevor sie in die neue Kita wechselte.

Zur Kita Riemenschneiderweg

Aktuelle Stellenangebote im Kita- und Ganztagesbereich finden Sie hier.

Nach oben

Pflegen & Begleiten

"Sie haben es verdient, dass man sich um sie kümmert"

Eigentlich wolle Bettina Friedel Künstlerin werden. Dass sie dann in der Pflege landete verdankt sie einer ihrer Schwestern, die sie zu einem Job im Pflegebereich inspirierte. Als die Pflegedienstleiterin sie damals fragte, warum sie diese Arbeit machen möchte, sagte sie mit voller Überzeugung: „Die alten Leute habe schon ein langes Leben hinter sich und es verdient, dass man sich um sie kümmert“.

Was macht eine Erkrankung mit der Persönlichkeit des Menschen?

Bettina Friedel interessieren besonders ältere Menschen, bei denen die Dinge im Kopf nicht mehr so geordnet sind oder wo das Leben nicht immer glattgelaufen ist – Menschen mit psychischen Störungen oder einer Demenz Erkrankung. Gerade sie seien häufig auf emotionaler Ebene äußerst sensibel, sagt Bettina Friedel. Sie würden sofort merken, wenn man es nicht gut mit ihnen meint. Spannend findet die Pflegerin, was so eine Erkrankung mit der Person macht, wie sich ihre Persönlichkeit verändert. Auch hat sie ab und an festgestellt, dass manche Patienten sich auch zum Positiven entwickeln.

Wenn das Zwischenmenschliche passt, entsteht eine wichtige Vertrautheit

Dass ihre Aufgabe als Pflegerin in der Corona-Pandemie so viel Aufmerksamkeit erhält, findet sie gut. Als Heldin sieht sie sich aber nicht. Ihr Tag beginnt meist morgens um 6.00 Uhr in der Cranachstraße im Bezirk Friedenau. Hier ist die Sozialstation der ambulanten Pflege. Sie holt sich die aktuellen Informationen, Schlüssel, tauscht sich kurz mit den Kollegen aus und macht sich mit dem E-Bike auf den Weg zu den Pflegebedürftigen nach Hause. Sie wäscht sie, kauft für sie ein, macht den Haushalt und nimmt sich die Zeit für ein persönliches Gespräch. Denn hier sagt sie, entstehen die Momente, die sie erfüllen. Wenn das Zwischenmenschliche passt, sagt Bettina Friedel, wächst eine Vertrautheit, die Menschen öffnen sich und sie fühlt sich privilegiert an diesen intimen Momenten teilhaben zu dürfen. „Dann habe ich das Gefühl, ich stehe richtig im Leben“.

Falls Sie Interesse haben unsere Teams in der Pflege zu unterstützen, schauen Sie doch einmal in unsere Stellenangebote.

Nach oben

Team der Haustechnik

„Das Zwischenmenschliche ist hier stärker“

Es war das hochgewachsene Gras, das Marlon Dorndorff zu seiner Arbeit im Nachbarschaftsheim Schöneberg brachte. Immer wieder lief er an dem Garten in seiner Nachbarschaft vorbei, bis er eines Tages beschloss, seine Hilfe anzubieten. Er wollte das Grün vor der VD 13 in Friedenau pflegen, fasste sich ein Herz und fragte das Team des Kinder- und Jugendzentrums, ob sie fachmännische Hilfe gebrauchen könnten. „Ich musste ihnen klarmachen, dass ich dafür kein Geld möchte, sondern das einfach so anbiete“, erzählt der gelernte Landschaftsgärtner. Damals war er bereits seit einiger Zeit arbeitslos, ihm fiel die Decke auf den Kopf.

Mittlerweile ist Marlon festangestellter Gärtner im Handwerkerteam. Zusammen mit Marco Neumann, dem zweiten Gärtner im Team sowie zwei weiteren Kollegen mäht er den Rasen in vielen Einrichtungen, stutzt Hecken, beseitigt Laubberge und packt an, wo es gerade nötig ist. Das kann beim Transport von Krankenbetten sein, beim Verrücken von Möbeln für die Grundreinigung oder beim Malern.

Vom Ehrenamt zur festen Stelle

Der Austausch mit den Kollegen, die Maler, Tischler, Elektriker und Experten für Sanitär und Heizungen sind, bringt ihn weiter. „Das Arbeiten fällt mir leicht, weil wir ein gutes Arbeitsklima haben.“ Besonders gut gefällt Marlon auch, dass er sowohl am internen Fortbildungsprogramm seines Arbeitgebers teilnehmen oder aber externe Fortbildungen, die er spannend findet, besuchen kann. 

Der Mann mit den kurzen Haaren und den freundlichen Augen ist froh, dass er damals über das Ehrenamt zu seinem neuen Job gekommen ist. Er ist glücklich über die Perspektive, die sich für ihn ergeben hat.

Das Zwischenmenschliche ist hier stärker“

Marlon Dorndorff ist schon früh aufgefallen, dass im Nachbarschaftsheim Schöneberg etwas anders ist als bei seinen vorherigen Arbeitgebern: „Man geht hier kollegialer miteinander um, das Zwischenmenschliche ist hier stärker“. In der täglichen Morgenrunde um halb acht Uhr werden die anfallenden Aufgaben gemeinsam besprochen, man helfe sich gegenseitig, könne Ideen einbringen und werde als Kollege respektiert, sagt Marlon. Da er bei seiner täglichen Arbeit in vielen Einrichtungen unterwegs ist, kennt er auch mittlerweile viele Mitarbeiter des Trägers. „Und wenn man sich zufällig im Supermarkt beim Einkauf trifft, dann grüßt man und unterhält sich kurz.“ Die Vorteile vom Arbeiten in der Nachbarschaft weiß er zu schätzen. Ebenso wie den großen Geräte-Fuhrpark des Nachbarschaftsheimes. Dort gebe es alles was laut ist und stinkt – „damit liebe ich zu arbeiten.“  

Sie interessieren sich für einen Job in der Haustechnik, dann schauen Sie gerne durch unsere aktuellen Stellenangebote.

Nach oben

Alle Kontakte

Einrichtungen und Projekte

Suchen Sie Kontaktdaten einer Einrichtung oder eines Projektes des Nachbarschaftsheims? Arbeitsbereiche im Überblick