Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

15.06.2017 / Kinder und Jugendliche

Wertschätzung und Anerkennung - Das war' ne Woche

Vielleicht kennen sie den Satz: „Pflegende Angehörige sind der Pflegedienst Nr. 1 in Deutschland“, denn 70% aller pflegebedürftigen Menschen werden zu Hause von Angehörigen versorgt. So ist die familiäre Pflege in Deutschland eine feste Säule in der Gesellschaft. Um dies zu würdigen, fand vom 12.5.-18.5.2017 die WOCHE DER PFLEGENDEN ANGEHÖRIGEN zum 4. Mal in Berlin statt. Wir möchten davon berichten.

Neben den vielen überbezirklichen Veranstaltungen, wie die Anerkennungsveranstaltung mit der Verleihung des Pflegebären und des Pflegekompasses und weiteren  kostenfreien, kulturellen Veranstaltungen,  beteiligte sich die Kontaktstelle PflegeEngagement Tempelhof- Schöneberg mit drei Veranstaltungen an dieser Woche.  An dieser Stelle ein kurzer Rückblick:

 Am Dienstag, den 09.05.2017 fand in der Begegnungsstätte der Diakoniestation Lichtenrade der Marktplatz der Möglichkeiten, der Kiez AG Mariendorf/ Lichtenrade des  Gerontopsychiatrische-Geriatrische Verbundes statt. Hier präsentierten sich ortsansässige soziale Unternehmen und Institutionen des Verbundes und stellten ihre Hilfsangebote vor Ort vor. Der häufig gehörte Satz: „Ich weiß doch gar nicht an wenn ich mich wenden soll, wenn ich Hilfe benötige.“  verlor seine Berechtigung. In dieser Veranstaltung konnten sich die Gäste bei einer Tasse Kaffee ausführlich von den unterschiedlichen Diensten beraten lassen. Viele Fragen konnten beantwortet werden und neue Kontakte wurden geknüpft.  

 In einer weiteren Veranstaltung, die in der Tagespflege auf der Schöneberger Insel stattfand, widmeten wir uns dem langen Abschied von Angehörigen von Demenzerkrankten.

Angehörige von Demenzerkrankten befinden sich in einer Situation in der sie ständig Verluste erleben:  Abschied von gemeinsamen Plänen und Aktivitäten, liebgewonnenen Gewohnheiten und tragenden Gewissheiten. Angehörige müssen sich von einer Person verabschieden obwohl sie noch da ist. Dabei haben sie eine enorme Trauerarbeit zu leisten, die ihnen als solche nicht immer bewusst ist.

Gemeinsam mit dem Bestatter Jan Möllers und der Koordinatorin der Kontaktstelle PflegeEngagement Julia Giese fand ein reger Austausch statt. Angehörige berichteten aus ihrem Alltag und ihrem Leben mit dieser Trauer, über den Umgang mit Wut und oft auch mit der Verzweiflung, die sich im ganzen Körper festsetzt. Nach der Veranstaltung war schnell klar, dass der Bedarf, über dieses Thema zu reden groß ist. So werden wir das  Thema im Auge behalten und weitere Veranstaltungen dazu organisieren.

 Den Abschluss unserer Veranstaltungsangebote rund um die WOCHE DER PFLEGENDEN ANGEHÖRIGEN bildete der etwas andere Waldspaziergang im Grunewald. Die teilnehmenden Frauen bekamen die Möglichkeit, in der Waldluft zu baden oder wie der Japaner sagt „Shinrin Yoku. In Südkoera und Japan ist diese Art des Waldbesuches inzwischen zu einem festen Bestandteil der Gesundheitsvorsorge geworden. Ein Bad im Wald senkt den Blutdruck, regulierte den Puls und reduziert auf natürliche Weise Stresshormone. Die Waldluft vermehrt und aktiviert sogar unsere Killerzellen. Unser Immunsystem kommuniziert mit dem Wald!

Gemeinsam mit dem Heilpraktiker Herrn Urban machten die Frauen neue Erfahrungen, den Wald einmal mit anderen Augen zu sehen, die Bäume zu betrachten, auf neuen Pfaden zu wandeln und einfach mal in Ruhe zu Genießen sowie ihre Sinne zu sensibilisieren. Voller Freude über diese intensiven Erfahrungen bekamen wir viele positive Rückmeldungen. Diese neuen Erfahrungen wollen die Frauen in ihrem Alltag integrieren und anwenden.

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