Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

9.11.2018 / Besuchsdienst

Handpuppen begleitend und verantwortungsbewusst einsetzen

Welche Begegnungen brauchen Menschen mit dementiellen Veränderungen - in ihrer Welt?

Mein Name ist Diana Jopp, und ich bin seit über 20 Jahren mit Klappmaulpuppen unterwegs. Als Geronto-psych. Begleitungsfachkraft und zertifizierte MAKS®️ Therapeutin lebe und arbeite ich in Hannover in einer Tagesförderung und spiele seit Jahren auf der Geriatrie des DRK-Clementinenkrankenhaus mit Handpuppe HUBI.  Als MAKS®️-Dozentin für die Tonca 10- Minuten-Aktivierung®️ bin ich in verschiedenen Bildungseinrichtungen Deutschlands unterwegs.

Die Arbeit mit Klappmaulpuppen bereichert die Palette der Kreativangebote für Menschen mit Einschränkungen der Alltagskompetenz. In spielerischer Atmosphäre entfaltet das Anspiel seine stimmungsaufhellende Wirkung. Dabei wird die Handpuppe von einer verantwortungsvollen Person geführt, die in jeder Situation (Rest-) Fähigkeiten aufspürt und bewusst handelt. Je nach Auswahl der Themen werden biografische Elemente und Ressourcen des gealterten Menschen, wie etwa Feinmotorik, Kommunikationsvermögen und Selbstbewusstsein, gefördert.

Die Tonca 10-Minuten Aktivierung®️ ist eine Methode um den hochbetagten Bewohner, Patienten und Angehörigen an seine ursprüngliche Rolle (Weiser, Mutter, Vater, Beschützer, Helfer…) zu erinnern, sie neu zu erleben und ihr inne zu wohnen. Während der Aktivierung mittels Handpuppe wird an Bekanntes durch Sinneswahrnehmung angeknüpft. Erinnerungen werden freigelegt, Ressourcen erhalten oder neu erschlossen. Schlüsselreize und ein humorvolles Milieu tragen zur Förderung der kognitiven Fähigkeiten bei. Dabei wählt der Mensch mit Demenz die Themen und die Intensität des Anspiels aus.

Diese „Aktivierung“ unterscheidet sich insofern von anderen therapeutischen Arbeitsweisen, da hier keine bestimmte Anforderungswelt besteht. Die Leichtigkeit des Seins eines Kindes steht im Fokus. Das Kind greift keine Erwachsenenthemen auf (Krankheit, Krieg, Tod …), und verlangt keine Aufgaben zu lösen. Es zensiert nicht und erhebt keinen therapeutischen Anspruch. Das Kind ist bedürftig, liebt es zu schmusen und ist stets mit Dankbarkeit im Kontakt beteiligt. Jedes Wesen braucht den Zuspruch, das Vergnügen der gesunden Berührung und wahrhaftes Interesse an der eigenen Person. Im besten Fall beantworten sich die Akteure in ihrem interaktiven Theater die aktuelle Lebensfrage selbst spielerisch im Frage-Antwortspiel. [www.tonca.de]

 

„Der Mensch ist nur ganz Mensch, wo er spielt“! Friedrich Schiller

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