Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

Anforderungen an rechtliche Betreuer/-innen

  • Fähigkeit, sich auf andere Menschen einstellen zu können
  • Freude an der Arbeit auch mit schwierigen Menschen
  • Keine Scheu vor Behörden- und Verwaltungsarbeiten
  • Organisationsfähigkeiten
  • Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit
  • Bereitschaft, sich über längere Zeit auf dieses Ehrenamt einzulassen
  • Teilnahme an einem Einführungsseminar

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Das bieten die Cura-Betreuungsvereine rechtlichen Betreuer/-innen an

  • Beratung und Unterstützung
  • Fortbildung und Qualifizierung
  • Erfahrungsaustausch
  • Beratung auch in türkischer Sprache

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Was bedeutet rechtliche Betreuung?

Manchmal kommt es vor, dass ein erwachsener Mensch seine rechtlichen Angelegenheiten nicht (mehr) selbst besorgen kann. Gründe hierfür können geistige oder seelische Behinderungen, psychische Erkrankungen, aber auch körperliche Behinderungen sein. Sind die Einschränkungen so stark, dass herkömmliche Hilfen durch Freunde oder Angehörige nicht mehr ausreichen und gibt es keine Vorsorgebevollmächtigung, kann eine rechtliche Betreuung eingerichtet werden. Das Bürgerliche Gesetzbuch sieht die Möglichkeit vor, dass von dem zuständigen Betreuungsgericht (Amtsgericht) ein anderer erwachsener Mensch zum gesetzlichen Vertreter für den betreuten Menschen bestellt wird (§§ 1896 ff BGB).

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Selbständige Lebensführung soweit möglich

Seit 1992 ist die Vormundschaft und Entmündigung Erwachsener abgeschafft.Die Anordnung einer rechtlichen Betreuung bedeutet nicht automatisch, dass die betreute Person geschäftsunfähig ist. Die rechtliche Handlungsfähigkeit der betreuten Person wird durch die Betreuung nicht eingeschränkt, sondern ist ausschließlich vom Ausmaß der bestehenden Erkrankung oder Behinderung abhängig. Ziel des Gesetzes ist es, die Rechte der betreuten Menschen zu stärken, und soweit möglich, zu einer selbständigen Lebensführung zu befähigen. Hierbei helfen die Betreuer/-innen.

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Der Paragraph 1901 Absatz 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)

Der Betreuer hat die Angelegenheiten des Betreuten so zu besorgen, wie es dessen Wohl entspricht. Zum Wohl des Betreuten gehört auch die Möglichkeit, im Rahmen seiner Fähigkeiten sein Leben nach seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen zu gestalten.

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Ehrenamtliche Betreuerin / ehrenamtlicher Betreuer werden

Haben wir Ihr Interesse an einer Tätigkeit als ehrenamtliche Betreuerin/ehrenamtlicher Betreuer geweckt? Wollen Sie einer Person aus Ihrem Angehörigen- oder Bekanntenkreis oder einem völlig fremden Menschen helfen, weil diese ihre rechtlichen Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können? Sie können sich bei uns persönlich beraten lassen. Unsere Mitarbeiter/-innen an den Standorten in Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg sind gerne für Sie da.

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Aufgabenspektrum eines rechtlichen Betreuers

Rechtliche Betreuung bedeutet nicht die Ausführung lebenspraktischer Hilfen (wie z.B. Körperpflege, Haushaltsführung). Das Spektrum der Aufgaben reicht von der Vermögenssorge, Zustimmungen zu Heilbehandlungen und der Bestimmung des Aufenthalts sowie- mit vormundschaftsgerichtlicher Genehmigung - der Anordnung freiheitseinschränkender Maßnahmen, Unterstützung bei der Organisation von Hilfen bis hin zu umfangreichen Verwaltungsaufgaben. Der Wille und die Bedürfnisse des betreuten Menschen stehen im Vordergrund und sie können nur ermittelt werden, wenn der persönliche Kontakt zu den betreuten Menschen gepflegt wird.

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Fallbeispiel

Alarmierende häusliche Situation

Herr B. ist 70 Jahre alt und wohnt allein in seiner Wohnung. Er wird zunehmend vergesslich und desorientiert. Das Mittagessen wird Herrn B. von einem fahrbaren Mittagstisch gebracht, aber an mehreren Tagen hintereinander öffnet er nicht mehr die Tür, um es anzunehmen. Der Vermieter, der bei Herrn B. bereits eine Nachzahlung angemahnt hat, wird informiert und öffnet in Begleitung einer Nachbarin die Tür. Herr B. sitzt in seinem Lehnsessel und redet den Vermieter als seinen Sohn an. Er hat vergessen, dass ihm das Essen gebracht wird. Auf dem Herd in der Küche brennt eine Gasflamme, ohne dass etwas gekocht wird.

Anregung einer rechtlichen Betreuung durch den Vermieter

Der Vermieter regt beim örtlichen Amtsgericht die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung an. Dieses gibt ein Sachverständigengutachten bei einem Facharzt für Neurologie bzw. Psychiatrie in Auftrag und hört Herrn B. persönlich an. Kann Herr B. sich in dem Verfahren krankheitsbedingt nicht mehr angemessen äußern, bestellt es ihm einen Verfahrenspfleger zur Wahrung seiner Rechte.

Person des Vertrauens als Betreuer

Ist Herr B. mit der Einrichtung einer Betreuung einverstanden, kann er eine Person seines Vertrauens als Betreuer vorschlagen. Sie wird vom Gericht bestellt, wenn die Betreuungsbehörde und das Vormundschaftsgericht die Person nicht für ungeeignet ansehen.

Ablehnung einer Betreuung: Freier Wille oder krankheitbedingte Fehleinschätzung?

Lehnt Herr B. die Einrichtung einer Betreuung ab, prüft das Gericht, ob dies aus freiem Willen geschieht oder auf einer krankheitsbedingten Fehleinschätzung seiner Fähigkeiten. Im zweiten Fall bestellt das Gericht den Betreuer auch gegen den Wunsch des Herrn B.

Schlägt Herr B. keine geeignete Person als Betreuer vor, bestimmt das Gericht, wer sein Betreuer wird.

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Anforderungen an rechtliche Betreuer/-innen

  • Fähigkeit, sich auf andere Menschen einstellen zu können
  • Freude an der Arbeit auch mit schwierigen Menschen
  • Keine Scheu vor Behörden- und Verwaltungsarbeiten
  • Organisationsfähigkeiten
  • Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit
  • Bereitschaft, sich über längere Zeit auf dieses Ehrenamt einzulassen
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  • Fortbildung und Qualifizierung
  • Erfahrungsaustausch
  • Beratung auch in türkischer Sprache

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Eine Betreuung beantragen

Eine Betreuung kann von den Betroffenen beim zuständigen Betreuungsgericht selbst beantragt werden. Ist dies nicht möglich, kann sie ohne Antrag von Amts wegen eingerichtet werden (außer bei körperlich behinderten Menschen). Auch andere Personen können die rechtliche Betreuung anregen.

Soweit der Betroffene nicht selbst in der Lage ist, seine Interessen ausreichend wahrzunehmen, wird vom Betreuungsgericht eine Verfahrenspflegschaft eingerichtet, die von einer anderen Person ausgeübt wird.

Das Betreuungsgericht fordert ein Sachverständigengutachten oder fachärztliches Gutachten an, das Auskunft über die Notwendigkeit oder den Umfang einer Betreuung gibt. Stellt das Gericht den Bedarf für eine rechtliche Betreuung fest, erfolgt eine persönliche Anhörung des betroffenen Menschen durch den Richter. Die Dauer der Betreuung wird zunächst auf maximal sieben Jahre begrenzt.

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Die Auswahl der Betreuer/-in

Grundsätzlich gilt auch bei der Auswahl der Betreuerin/des Betreuers: Der freie Wille des erwachsenen Menschen mit Hilfebedarf ist zu berücksichtigen (siehe Vorsorgevollmacht- und Betreuungsverfügung). Seinem Vorschlag muss entsprochen werden, außer wenn dieser seinem Wohl zuwiderlaufen würde. Angehörige haben Vorrang bei der Auswahl.

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Aufwandsentschädigung

Nach der Bestellung durch das Betreuungsgericht erfolgt ein mündliches Verpflichtungsgespräch. Hier werden von der Rechtspflegerin/dem Rechtspfleger die wesentlichen Aufgaben, Rechte und Pflichten der Betreuungsarbeit erörtert. Angehörige der betreuten Person sind in der Regel von bestimmten Pflichten zur Genehmigung und von der Rechnungslegung befreit. Der Betreuerausweis wird übergeben.

Die Betreuerin/der Betreuer hat ein Recht auf Ersatz der durch die Tätigkeit entstandenen Aufwendungen, entweder als Pauschale (jährlich 399,00 €), oder als Abrechnung unter Vorlage von Einzelbelegen.

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Weitere Informationen

www.berliner-betreuungsvereine.de

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Kontakt

Cura-Betreuungsverein
Fregestraße 53
12161 Berlin
Standort / BVG Fahrinfo

Tel 85 98 66 -10
Fax 85 98 66 -30
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