Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

15.06.2017 / Pflegen und Begleiten

Verdacht auf Demenz - was kann man tun?

Veranstaltung von Mitarbeiterin der Gedächtnissprechstunde der Charité

Das Team der Gedächtnissprechstunde Charité Steglitz

Was bietet eine Gedächtnissprechstunde?

Herlind Megges, Gerontologin M.Sc., und PD Dr. med. Oliver Peters

 Wo habe ich nochmal den Schlüssel hingelegt? Wie hieß doch gleich dieser Schauspieler? Was wollte ich noch besorgen?

Man vergisst mehr im höheren Alter, aber wie viel Vergessen ist noch normal?

Um diese Frage beantworten zu können, bieten Gedächtnissprechstunden verschiedene Untersuchungen an, die im Folgenden am Beispiel der Charité Gedächtnissprechstunde erläutert werden. Rund 600 Menschen mit Gedächtnisproblemen wenden sich jährlich an uns, entweder an unseren Standort im Süden Berlins in Steglitz am Campus Benjamin Franklin oder im Nordosten auf dem Forschungscampus Berlin-Buch. Unser übergeordnetes Ziel ist es, Patienten und Angehörigen Gewissheit in Bezug auf die Einordnung ihrer Beschwerden geben zu können.

Welche Diagnosen gibt es?

Bei der Diagnostik von Gedächtnisstörungen zählt die Unterscheidung zwischen Demenz und Depression zu den wichtigsten diagnostischen Herausforderungen. Bei beiden Erkrankungen treten Gedächtnisstörungen auf, und eine Depression geht auch häufig mit einer beginnenden Demenz einher. Außerdem ist die Einstufung der Gedächtnisstörungen wichtig. Beeinträchtigen diese bereits die Aktivitäten des alltäglichen Lebens? Oder sind sie nur leicht ausgeprägt? Dann spricht man von einer leichten kognitiven Störung, andernfalls von einer Demenzerkrankung. Die Ursache der Demenz ist am häufigsten die Alzheimer Erkrankung. Außerdem können gefäßbedingte Schädigungen verantwortlich sein (= vaskuläre Demenz) und es gibt auch Demenzen vom Mischtyp (Alzheimer und vaskulär). Sehr viel seltener sind Demenzen vom Frontotemporalen Typ oder die Lewy-Body-Demenz. Des Weiteren gibt es auch Menschen mit ausschließlich subjektiven Gedächtnisbeschwerden, bei denen sich die geäußerten Beschwerden nicht innerhalb der standardisierten Gedächtnistests nachweisen lassen.

Wie gestaltet sich der Ablauf der Untersuchungen?

In einem ersten Schritt  werden bei einem Vorgespräch eine ausführliche Anamnese und bestenfalls Fremdanamnese sowie ein kurzer Gedächtnistest durchgeführt. Unter der Einbeziehung von Voruntersuchungsergebnissen, wie z.B. einer aktuelle Bildgebung des Kopfes (Magnetresonanztomographie, Computertomographie) oder Laborwerten, werden weitere diagnostisch notwendige bzw. mögliche Schritte abgeklärt.

Die komplette mögliche Diagnostik zur sicheren Diagnosestellung umfasst neben dem Vorgespräch einen ausführlichen Gedächtnistest CERAD (ca. eine Stunde) sowie eine Blutentnahme und Gehirnwasseruntersuchung (Lumbalpunktion) an einem weiteren Termin. Abschließend werden die Diagnose und erhobene Befunde sowie therapeutische Empfehlungen, ausführlich besprochen. Eine weitere Behandlung in unserer Gedächtnissprechstunde findet meist dann statt, wenn das Interesse und die Möglichkeit zur Teilnahme an Präventions- und Behandlungsstudien vorhanden sind.

Wenn Sie Interesse an einem Termin haben, dann wenden Sie sich an:

Kontakt: Zentrale Telefonnummer der Charité Gedächtnissprechstunden in Steglitz und Buch:

030 – 450 54 00 77. Internet: https://psychiatrie.charite.de/klinik/module/altersmedizin/gedaechtnissprechstunde/

 Zu diesem Thema macht Herlind Megges, Mitarbeiterin der Gedächtnissprechstunde der Charité

am Mittwoch, den 13.09.2017 von 18.00 Uhr – 20:00 Uhr eine Veranstaltung im Nachbarschaftshaus Friedenau.

 

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