Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

12.05.2020 / Alle Stellenangebote

Pflegerische Dienste

Bettina Friedel ist eine unserer Mitarbeiterinnen aus sogenannten systemrelevanten Berufen. Seit vielen Jahren arbeitet sie als Pflegerin in unserer Sozialstation Friedenau und leistet damit, besonders in der aktuellen Corona Krise, einen wichtigen Beitrag bei der Versorgung von Pflegebedürftigen. Hier berichtet sie über ihren Arbeitsalltag und die Veränderungen, die die Corona Krise mit sich bringt.

Eigentlich wolle Bettina Friedel Künstlerin werden. Dass sie dann in der Pflege landete verdankt sie einer ihrer Schwestern, die sie zu einem Job im Pflegebereich inspirierte. Als die Pflegedienstleiterin sie damals fragte, warum sie diese Arbeit machen möchte, sagte sie mit voller Überzeugung: „Die alten Leute habe schon ein langes Leben hinter sich und es verdient, dass man sich um sie kümmert“.

Seitdem profitieren viele alte Menschen von ihren künstlerischen Fähigkeiten, die sie in ihre alltägliche Arbeit als Pflegerin einfließen lässt. So sind ein Buch und ein Kalender in Zusammenarbeit mit Demenzerkrankten entstanden.

Denn besonders interessieren sie erkrankte Menschen, bei denen die Dinge im Kopf nicht mehr so geordnet sind oder wo das Leben nicht immer glattgelaufen ist – Menschen mit psychischen Störungen oder einer Demenz Erkrankung. Gerade sie seien häufig auf emotionaler Ebene äußerst sensibel sagt Bettina Friedel, sie merken sofort, wenn man es nicht gut mit ihnen meint. Spannend findet sie, was so eine Erkrankung mit der Person macht, wie sich ihre Persönlichkeit verändert und ab und an hat sie festgestellt, manche Patienten entwickeln sich auch zum Positiven.

In der momentanen Corona Zeit arbeitet sie wie gewohnt, doch immer schwingt die Angst mit, was ist, wenn sich jemand von uns mit dem Virus infiziert. Wer versorgt dann die Pflegebedürftigen? Kümmert sich um die, die oftmals ohne Angehörige auf Hilfe angewiesen sind? Bettina Friedel versucht, nicht so viel darüber nachzudenken, sagt, man muss flexibel sein und mit Überraschungen rechnen. Verunsichert sind auch einige Patienten, sagen Einsätze, die nicht lebensnotwendig sind ab. Und dann bleibt das Problem mit den Masken: Gerade Demenz Erkrankte erkennen sie nicht, reagieren mit Angst und lehnen eine Behandlung ab.

Dass ihre Aufgabe als Pflegerin zurzeit so viel Aufmerksamkeit erhält findet sie gut, als Heldin sieht sie sich aber nicht. Ihr Tag beginnt meist morgens um 6.00 Uhr in der Cranachstraße im Bezirk Friedenau. Hier ist die Sozialstation der ambulanten Pflege. Sie holt sich die aktuellen Informationen, Schlüssel, tauscht sich kurz mit den Kollegen aus und macht sich mit dem E-Bike auf den Weg zu den Pflegebedürftigen nach Hause. Sie wäscht sie, kauft ein, macht den Haushalt und nimmt sich die Zeit für ein persönliches Gespräch. Denn hier sagt sie, entstehen die Momente, die sie erfüllen. Wenn das Zwischenmenschliche passt, sagt Bettina Friedel, wächst eine Vertrautheit, die Menschen öffnen sich und sie fühlt sich privilegiert an diesen intimen Momenten teilhaben zu dürfen. „Dann“, sagt sie „habe ich das Gefühl, ich stehe richtig im Leben“.

 

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