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16.12.2020 / JeverNeun

Postkarten gegen die Einsamkeit

Weihnachten ist in diesem Jahr ganz anders als sonst. Um älteren Menschen eine Freude zu machen, haben tausende Kinder und Jugendliche in den vergangenen Wochen für sie Postkarten gestaltet und geschrieben. Die Blanko-Karten waren Bestandteil des Märchenkoffers, der im Rahmen der Berliner Märchentage in Schulen und Kitas auf Reisen ging. Die Idee dazu hatte das Projektteam „Ich bin ein Stadtteil“ der Familien- und Jugendeinrichtung JeverNeun.

Die selbst gestalteten Postkarten der Kinder

Der von Kindern und Jugendlichen gestaltete Märchenkoffer

Es sind Worte, die Wärme schenken: „Weihnachten ist das Fest der Liebe. Und ich bin mir sicher, dass einer auf der Welt Sie liebt“ schreibt Leonie auf einer der insgesamt 1265 von Kindern und Jugendlichen gestalteten und beschriebenen Postkarten, die in diesen Tagen an ältere Bewohner der Gemeinnützige Baugenossenschaft Steglitz eG versandt wurden. Dass was Leonie ausdrückt, könnte ein Erwachsener selten so direkt aufschreiben. Es kommt aus tiefstem Herzen und zeigt die Anteilnahme, die die Jüngeren besonders in dieser Krise für die Älteren haben.

Jedes Kind durfte seine Botschaft an einen älteren Mensch schreiben oder malen

Die Blanko-Postkarten lagen dem Märchenkoffer bei. Drei solcher Koffer, die von Kindern gestaltet und mit selbst gedrehten Märchenvideos bestückt waren, sind im Rahmen der Berliner Märchentage an mehr als 20 Schulen und Kitas bis vor Kurzem im Umlauf gewesen. Auch Erzieher und Pädagogen haben den geliehenen Märchenkoffer mit seinem beiliegenden Bastelmaterial für ihre Arbeit mit den Kindern genutzt. Dabei sind auch die Postkarten entstanden. Jedes Kind, dass dazu Lust hatte, durfte seine kleine Botschaft für einen älteren Menschen darauf verfassen.

Die Kooperation zwischen dem Familienzentrum JeverNeun des Nachbarschaftsheims Schöneberg mit der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Steglitz besteht schon länger. Die Baugenossenschaft stellte die Verteilung der Kinder-Postkarten an ihre Bewohner im Berliner Südwesten sicher. Die Karten sollen älteren Menschen über 65 Jahren, die im Lockdown dieses Jahr womöglich sehr einsam die Weihnachtsfeiertage verbringen, zumindest ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Sie sollen durch die Postkarten der Kinder spüren, dass sie nicht alleine sind, dass es Nachbarn gibt, die an sie denken.

Senioren sind begeistert von der wunderschönen Geste aus der Nachbarschaft

„Ich bin überwältigt, dass wir sogar mehr Karten der Kinder bekommen haben, als eigentlich geplant war“, sagt Heike Röger, Sozialmanagerin bei der Steglitzer Baugenossenschaft, die die Aktion begleitet. Die älteren Bewohner seien über diese „wunderschöne Geste aus der Nachbarschaft“ sehr dankbar. Um den Empfängern der Karten die Möglichkeit zu geben, sich bei den Kindern zu bedanken, hat die Steglitzer Baugenossenschaft sich dazu entschlossen, ebenfalls Blanko-Karten an ihre Bewohner zu verteilen. Die ersten 50 sind bereits beschrieben.

Mit dem Märchenkoffer konnten während der Märchentage insgesamt bis zu 1000 Kinder begeistert werden. Dankbar für das Angebot mit seinen anregenden Inhalten waren auch etliche Fachkräfte. Sie erzählten dem Projektteam um Sebastian Singer, Philipp Günther und Jonas Schäfer, das den Märchenkoffer entwickelt und gestaltet hat, im Nachhinein ihre Eindrücke. Die Kinder seien von dem gesamten Angebot des Koffers sehr begeistert gewesen, so der Tenor. „Bei den Postkarten haben sie überlegt, über was sich die Empfänger freuen würden“, erzählt eine Erzieherin. Ein Junge wollte unbedingt einen Witz darauf schreiben, „damit auch der Humor nicht zu kurz kommt.“

Der Tagesspiegel Leute-Newsletter mit einem Bericht über den Märchenkoffer

Was die Fachkräfte zu dem Märchenkoffer gesagt, können Sie hier nachhören

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