Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

3.05.2021 / Projekte und Initiativen

Natur und Achtsamkeit

Ich habe mir nie vorstellen können, dass eine Pandemie einmal Wirklichkeit werden könnte.

Foto: Petra Glass

Eine Situation, die jeden auf der ganzen Welt betrifft und wo es darum geht, zusammenzuhalten, während man Abstand hält. Aktivitäten, die mal selbstverständlich waren, sind plötzlich nicht mehr möglich oder verboten. Angst, Sorgen, Unsicherheit, Frust, Wut, Einsamkeit, Enttäuschung, Trauer - negative Gefühle wurden bei vielen Menschen ausgelöst und teilweise sogar geschürt. Der mediale Fokus liegt selten auf dem Positiven. Es ist nicht leicht, sich abzulenken, wenn das meiste, was einen sonst - vielleicht sogar manchmal ein bisschen zu viel - beschäftigt hat, teilweise nicht mehr erlaubt ist.
Ich habe mich gefragt, was mich persönlich glücklich macht und was mir Halt gibt. Das sind u.a. die Natur, das Fotografieren und mein Freund. Dieser machte mir Ende des Jahres 2020 auch ein besonderes Geschenk: ein Makroobjektiv. Ich dachte zunächst, dass erst im Frühjahr, wenn die Blumen blühen, die Zeit dafür ist. Doch bei den ersten Versuchen sah ich, dass es allein am Fokus liegt und wie man seine Umwelt betrachten will. Plötzlich tat sich eine ganz neue Welt für mich auf.
Ich kann mit meinem Makroobjektiv der Natur noch näher kommen und bekomme einen ganz neuen Blick für meine Umgebung. Es ist die Freude über ein besonderes Licht oder Farbenspiel, die mich antreibt. Zu sehen, welche Details und Formen die Natur bietet und ganz genau und unmittelbar hinzusehen, zu staunen und zu entdecken.
Es liegt soviel Schönes im Kleinen. Wir müssen gar nicht weit reisen. Die Stadt und Umgebung bietet unzählige Möglichkeiten an Parks, Wäldern, Wiesen - manchmal auch einen besonderen Hinterhof, der erkundet werden möchte.

Ich habe begonnen, meine Fotos digital zu veröffentlichen. Es kamen sehr viele Rückmeldungen, dass meine Fotos einfach schön und entspannend sind. Ich freue mich, für den einen oder anderen einen Kanal für kleine visuelle Auszeiten bieten zu können.
Um das Schöne zu sehen, benötigen wir nicht unbedingt ein Objektiv. Wir können uns immer wieder neu entscheiden, wohin wir unseren persönlichen Fokus richten wollen.

Petra Glass

Die Ausstellung ist bis Ende Mai im Nachbarschaftshaus Friedenau, Holsteinische Str. 30, 12161 Berlin-Friedenau unter Coronabedingungen zu besichtigen.

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