Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

13.05.2014 / Verein

Mit dem Elektroauto Auto zum Theater

Ein Mitarbeiter der Jugendeinrichtung JeverNeun berichtet von seinen Erfahrungen mit der Nutzung des E-Autos.

Das Nachbarschaftsheim Schöneberg ist eine von drei Organisationen innerhalb der Region Berlin-Brandenburg, die im Projekt "Elektromobilität für soziale Einrichtungen" über einen Zeitraum von drei Jahren die Alltagstauglichkeit von Elektromobilen erproben. Bastian Horn arbeitet im Jugend- und Familienzentrum JeverNeun für ein Inklusionsprojekt und leitet dort eine Theatergruppe für junge Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Er benutzt regelmäßig eines der drei E-Autos des Nachbarschaftsheims Schöneberg. Wofür er das Auto braucht und wie seine Erfahrungen damit sind, schildert Bastian Horn hier:

"Ich fahre jeden Mittwoch raus nach Teltow (rund 21 Kilometer) und hole dort unsere Schauspielerin mit Beeinträchtigung aus ihrer Werkstatt ab. Zu allererst: Ich bin begeistert! Ich weiß, das klingt wie in einem Werbevideo, ist aber ernsthaft gemeint. Ich glaube, ich habe schon jedem in meinem Freundes- und Bekanntenkreis erzählt, dass ich jetzt einmal die Woche mit einem E-Auto fahre. Dabei weiß ich schon gar nicht mehr, ob ich dieser Person das schon erzählt habe, aber mit Ende 20 kann man ja schon mal einige Geschichten doppelt erzählen.

Ich bekam eine kleine Einweisung von einem Mitarbeiter der Haustechnik und dann saß ich schon im E-Auto drin. Der Geruch von Neuwagen lag und liegt noch immer in der Luft des Autos und als auf dem Anzeiger erst 700 Kilometer standen, traute ich meinen Augen kaum.

Das Auto fährt sich super gut und ist sehr griffig. Es irritiert mich aber immer noch, dass es kein Motorengeräusch gibt. Aber ansonsten habe ich mich sehr schnell an den Komfort des Autos gewöhnt.

Ich hole meistens nur Johanna ab, unsere junge Schauspielerin. Als sie das erste Mal das Auto sah, war sie sehr begeistert und sagte: „Oh, schick, ein neues Auto. Gefällt mir gut.“ Seit dem begrüßt sie das Auto jedes Mal, wenn sie einsteigt. Sie sitzt dann auf dem Beifahrersitz, streicht mit der Hand über das Armaturenbrett und sagt „hallo“ zum Auto. Es ist eine sehr schöne Geste. Sie hat beim Fahren mindestens so viel Spaß wie ich und hält am liebsten ihren Kopf aus dem Fenster, lässt sich den Fahrtwind um die Nase wehen und lächelt dabei zufrieden.

Seit dem ich mit dem E-Auto unterwegs bin, sprechen mich viele Menschen auf das Auto an, sei es an der Werkstatt oder bei der Ankunft in der JeverNeun. Ich versuche dann so gut es geht alles zu erklären und schwärme davon, wie gut es als Stadtauto für uns als soziale Einrichtung funktioniert.

Am Ende unserer Theaterprobe fährt dann eine Ehrenamtliche die Schauspieler nach Hause zu ihren Wohnheimen. Dann sind sie meist so müde von der Probe, dass sie häufig auf dem Beifahrersitz einschlafen.

Bald werde ich mit unseren Schauspielern einen Ausflug machen und so versuchen, drei oder vier Personen in ganz Berlin einzusammeln, um pünktlich zu einer offenen Theaterprobe im Norden der Stadt zu sein. Ob mir dies gelingt, werde ich im nächsten Bericht schreiben."

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