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6.01.2021 / Kinderfreizeittreff Menzeldorf

Kunst am Zaun: Der Sammelroboter im Menzeldorf

Jedes Kind liebt es, Gegenstände zu sammeln. Aus den vielen kleinen Sammelobjekten von Menschen aus der Nachbarschaft entsteht daraus ein kollektives Gesamtkunstwerk, ein wahres Sammelsurium von allerlei kuriosen und kleinteiligen Schätzen. Möglich macht das Projekt eine Fotomaschine am Zaun des Kinderfreizeittreffs Menzeldorf.

Fotografierte Schätze aus dem Sammelroboter

Die Künstlerin Silke Bauer vor dem Sammelroboter

So funktioniert die Fotomaschine

Der Kinderfreizeittreff Menzeldorf

Golduhren, eine ausgestopfte Ente und immer wieder Hände: Seit mehr als einem Monat werden in einem Automaten am Zaun des Kinderfreizeittreffs Menzeldorf Fotos von Gegenständen und häufig auch von Körperteilen gemacht und gesammelt. Der Sammelroboter sieht aus wie eine Mischung aus Fotokabine und Overheadprojektor. Er wirkt geheimnisvoll, den großen gelben Knopf an dem Automaten will man am liebsten sofort drücken.

Von der Fotomaschine auf die Webseite

Doch wie funktioniert diese Maschine und wozu ist sie gut? Der Sammelroboter in der Menzelstraße 5 fotografiert täglich von 8 bis 18 Uhr und hat immer großen Hunger, steht auf einem Plakat neben dem Automaten. Das Füttern funktioniert ganz einfach: man legt einen Gegenstand der Wahl in die Fotomaschine, drückt auf den gelben Knopf, ein weißes Licht blitzt auf, das so entstandene digitale Foto erscheint nach ein paar Tagen als stilisiertes Lichtbild auf einer Webseite. Auf www.sammelsurium.org ist das abgelichtete Objekt umgeben von zahlreichen anderen Fundstücken, mit denen der Sammelroboter von Kindern, Jugendlichen und Nachbarn aus dem Kiez bereits gefüttert wurde.

Die Idee dazu hatten die Künstler Silke Bauer, Zoltan Kunckel und Uli Westphal. Zusammen haben sie mit den Kindern des Menzeldorfes und der Ganztagsbetreuung der Friedenauer Gemeinschaftsschule das Projekt initiiert, das durch den Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung gefördert wird. Auch das Werkbundarchiv – Museum der Dinge ist als Kooperationspartner mit dabei.

Selbst der kleinste Stein kann zu einer großen, spannenden Sache beitragen

Mithilfe eines Sammelroboters werden Dinge und Gedanken zusammengebracht, die es in dieser Kombination noch nie gab. Aus einzelnen Elementen entstehen neue Verbindungen und wundersame Sammlungen“, erklärt Silke Bauer die Idee zu dem Projekt. Besonders für Kinder sei das Sammeln von Gegenständen etwas ganz Besonderes. „Mit diesem Projekt wollen wir den Vorgang des Sammelns wertschätzen und zeigen, dass selbst der kleinste Stein zu einer großen, spannenden Sache beitragen kann.“ Mit den Gegenständen verbinden die Sammler zudem bestimmte Gefühle, Erinnerungen, für die Sammlung werden sie aufgefordert, diese zu benennen und ihren fotografierten Gegenständen Attribute zuzuschreiben. So entsteht auch eine Sammlung von Stichwörtern. Am Ende des Projektes wird sich die Sammlung zu einem kollektiven Gesamtkunstwerk zusammenweben, sagt Silke Bauer.

„Das spannende für die Kinder ist auch, was am Ende entsteht.“ So werde der eigene Gegenstand erst durch viele weitere Einzelteile zu einem Ganzen. „Gemeinsam bekommen wir heraus, wie wir die Welt neu ordnen und durcheinander bringen können“, sagt die Künstlerin Silke Bauer. In einem solchen, wunderschönen Sammelsurium kann man sich stundenlang verlieren und entdeckt nebenbei die Schönheit des Details.

Zur Projektwebseite

Zum Kinderfreizeittreff Menzeldorf

Seit dem 21. November 2020 bis Ende Februar 2021 gibt es eine Sammelstation am Zaun des Menzeldorfes mit dem Sammelroboter, der täglich von 8 Uhr bis 18 Uhr Fotos macht. Bringt Objekte, Bilder, Zeichnungen, etc. oder nehmt, was Ihr dabei habt. Fotografiert werden kann alles, was vor Ort, unterwegs und zu Hause gefunden und erfunden wird. Wenn Ihr Lust habt mitzusammeln oder wissen wollt, wie die Sammelstation und der Roboter funktioniert, dann kommt in der Menzelstraße 5, 12157 Berlinvorbei!

 

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