Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

8.03.2016 / Verein

Flüchtlingsunterkunft für Frauen und Kinder eröffnet nach Umbau

Auch Dank der Hilfe engagierter Nachbarn und anderer Ehrenamtlicher sowie durch großzügige Spenden entstanden schöne Räumlichkeiten in der Gemeinschaftsunterkunft in Berlin-Friedenau.

Großeinsatz in der Friedenauer Handjerystraße: Etwa 60 Engagierte – Nachbarn aus der Umgebung, IKEA Angestellte, dazu Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter/innen aus dem Nachbarschaftsheim Schöneberg – schrubbten am Samstag, 22. Januar 2016 Fenster und Böden, bauten Stühle, Tische, Schränke und Betten auf und nähten Gardinen.

Umbau und Renovierung - Viele Helferinnen und Helfer packen mit an 

Seit Herbst 2015 bereitet das Nachbarschaftsheim Schöneberg, als Träger des Angebotes, die Flüchtlingsunterkunft für etwa 50 Personen - Frauen und ihre Kinder - vor, die in der Einrichtung einen geschützten Raum finden sollen. Das komplette Haustechnik-Team hatte, Hand in Hand mit den eigens beauftragten Firmen, über Monate hinweg die baulichen Voraussetzungen dafür geschaffen. Einige der kooperierenden Baufirmen haben sogar Materialien, wie Fliesen, Lampen und Wandfarben gespendet, die im Haus Verwendung gefunden haben.

Im November 2015 informierte das Nachbarschaftsheim die Nachbarn in der Handjerystraße von der geplanten Nutzung des Gebäudes. Seitdem gibt es zahllose Hilfsangebote aus der Nachbarschaft und auch andere ehrenamtlich Engagierte halfen immer wieder bei Arbeiten im Haus mit. Im Dezember gab es einen ersten gebündelten Einsatz von Helferinnen und Helfern. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Nachbarschaftsheim Schöneberg brachten an einem Adventssamstag Bekannte, Freunde und Familie mit und malerten die Räume der Unterkunft.

Eine Weihnachtsüberraschung

Dann kam – sozusagen als Weihnachtgeschenk – im Dezember die Nachricht von IKEA Deutschland, dass die Filiale Tempelhof in Berlin die Unterkunft mit Möbeln und anderen Utensilien in Höhe von 10.000 Euro ausstatten wird und  IKEA-Beschäftigte sich beim Aufbau beteiligen wollen. Noch im Januar lieferte IKEA die Möbel für die Grundausstattung der ersten 15 Zimmer an – Betten und Matratzen, Kleiderschränke, Tische und Stühle sowie Stoffe für Gardinen.

Putzen, Nähen, Möbel bauen - zu tun gibt es genug

Eine große Aktion war für den 22. Januar angesetzt, um die Zimmer für die bald ankommenden Familien und Frauen herzurichten. Alleine 25 Ehrenamtliche aus der Umgebung der Unterkunft boten ihre Mithilfe beim Putzen der Räume und beim Zusammenschrauben der Möbel an. Weitere neun IKEA Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedensten Arbeitsbereichen halfen bei der Montage. Mitarbeiter/innnen und Ehrenamtliche aus dem Nachbarschaftsheim packten ebenfalls mit an, sorgten für die Koordination vor Ort und für die Verpflegung. Damit alle gut bei Kräften blieben, stand zum Mittagessen ein Buffett bereit: Chili con Carne, wahlweise in vegetarischer Variante, Kuchen und Kaffee zubereitet vom Küchenteam der Kita Westfälische Straße. Beim gemeinsamen Essen wurden gleich noch Ideen und Adressen ausgetauscht, um weitere Aktionen zu überlegen. Nach der Mittagspause ging es weiter. Am Ende des Tages konnte bereits ein Probeliegen in einigen Betten stattfinden.

In der benachbarten Projektetage bei den Frauenprojekten Kidöb und AlNadi in der Rheinstraße kümmerten sich zur selben Zeit etwa 15 Frauen und ein Mädchen um die Verarbeitung der fröhlich-bunten IKEA Stoffe zu Gardinen für die insgesamt 66 Fenster der Gemeinschaftsunterkunft. Es wurde gemessen, geschnitten, gebügelt und genäht, was das Zeug hielt. Zum Glück waren die meisten der Helferinnen „Nähprofis“, sodass am frühen Abend schon ein großer Teil der Vorhänge fertiggestellt war.

Nur ein paar Wochen später, am 13. Februar, folgte ein weiterer Aktionstag. Es hatte sich mittlerweile herumgesprochen, dass Unterstützung im Haus höchst willkommen ist. Und noch mehr Menschen kamen, um zu helfen und um Spenden für das Haus vorbeizubringen. Auch bereits in Berlin lebende Flüchtlinge, etwa zehn junge Männer und eine Frau aus Syrien packten mit an. Durch unsere Projekte für türkische und arabische Einwanderinnen und Asylsuchende, Kidöb und Al Nadi, existieren bereits viele Kontakte in die Community der Einwanderer.

Und weitere Spenden

Am späten Nachmittag waren nicht nur sämtliche Möbel aufgebaut und Gardinen aufgehängt, sondern es war auch die komplette Ausstattung mit Haushalts- und Küchengeräten für die Gemeinschaftsküche zusammengekommen. Im Laufe des Tages hatten Nachbarn aus der Umgebung benötigte Küchenutensilien als Spenden in der Unterkunft abgegeben: von der Kuchenform über Bügelbretter und Bügeleisen bis hin zur Kaffeemaschine.

Eine großzügige Geldspende der Astraia Stiftung  von 5000 € ermöglicht darüber hinaus die Einrichtung eines Lese- und Lernraumes in der Unterkunft;  mit Büchern, Möbeln und gemütlichen Sitzgelegenheiten. Hier werden die Frauen und Kinder Gelegenheit haben, am PC zu arbeiten, zu lernen und sich mit ihren ehrenamtlichen Lese- und Lernpatinnen und -paten zu treffen. Mittlerweile wurden der Unterkunft weitere Spendenmittel von der Stiftung – insbesondere für Bildungsangebote und andere Aktivitäten mit den Bewohnerinnen – zugesagt.

Nun - Mitte März - steht die Eröffnung der Unterkunft unmittelbar bevor.

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