Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

28.12.2020 / Familienbildung

Ein offenes Ohr für junge Eltern

Der Mangel an Hebammen hat in den vergangenen Jahren in Berlin stark zugenommen - eine Folge der wachsenden Stadt und des Babybooms. Um Eltern, die keine Hebamme finden, dennoch zu helfen, bietet das Nachbarschaftsheim Schöneberg wöchentlich eine kostenlose Hebammensprechstunde mit einer erfahrenen Familienhebamme an.

Mit Babywaage, einer kleinen Puppe und einer Kiste voller Flyer startet Tamara Nieters ihren Einsatz: Die Familienhebamme steht seit wenigen Monaten jeden Mittwoch im Nachbarschaftshaus Friedenau jungen Eltern mit Rat und Tat zur Seite. Sie berät Schwangere, hilft bei Problemen im späteren Wochenbett und berät unter anderem zu Themen wie Beikost, Schlafen, Stillen und Vaterschaftsanerkennung. Selbst für verzweifelten Eltern, die auf Kitaplatzsuche sind, hat sie Adressen parat.

Jede fünfte Mutter in Deutschland hat keine Nachsorgehebamme

Das Angebot der Familienhebamme richtet sich an Familien, die entweder keine Hebamme für die Nachsorge gefunden haben oder mit ihrer bisherigen Hebamme nicht ganz so zufrieden sind. Denn nichts ist wichtiger als eine gute Chemie zwischen jungen Eltern und ihrer Hebamme. Doch die Wunschhebamme zu finden, oder überhaupt eine, ist mittlerweile immer schwerer: Laut einer jüngsten Studie des Marktforschungsinstitut Skopos, bei dem 1000 Mütter in ganz Deutschland befragt wurden, nimmt jede fünfte Mutter keine Nachsorgehebamme in Anspruch. Und das obwohl es einen gesetzlichen Anspruch auf diese Leistung gibt. Der Hauptgrund: es fehlt an verfügbaren Hebammen. Mit nur 75 Prozent weist Berlin laut der Studie vergleichsweise niedrige Prozentsätze in der Betreuungsquote auf. „Viele Kolleginnen müssten etwa 30 bis 50 Anfragen pro Woche ablehnen“, sagte Simone Logar im Vorstand des Berliner Hebammenverbands vor einiger Zeit der Berliner Zeitung. Der Mangel an Hebammen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen – eine Folge der wachsenden Stadt und des Babybooms.

Berliner Bezirksämter entsenden Familienhebammen in zentrale Einrichtungen in den Bezirken

Um Abhilfe zu schaffen und junge Familien aus der Nachbarschaft mit ihren Fragen rund um ihr Neugeborenes nicht alleine zu lassen, kooperiert das Nachbarschaftsheim Schöneberg mit dem Kinder- und Jugendgesundheitsdienst des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg. Das Bezirksamt entsendet Familienhebammen wie Tamara Nieters durch die Bundesinitiative „Frühe Hilfen“ in zentrale Einrichtungen innerhalb des Bezirks. Gemeinsam wollen der Bezirk und Träger wie das Nachbarschaftsheim Schöneberg ein niedrigschwelliges Angebot für junge Eltern ermöglichen.

Die Frau mit dem langen blonden Haaren und dem freundlichen Lächeln kennt sich mit Themen rund um Geburt, Babys und auch Kindererziehung aus. Tamara Nieters, 43 Jahre alt, ist Mutter von vier Kindern und hat im Nachbarschaftsheim Schöneberg bereits Rückbildungskurse angeboten. Sie weiß, wie schwierig zum Beispiel das Abstillen werden kann, kennt die Sorgen von jungen Eltern, wenn es um die Entwicklung ihres Babys geht – kennt aber auch Tipps und Tricks, um pragmatische Lösungen zu finden.  

Die kostenlose Hebammensprechstunde findet immer mittwochs von 12.30 Uhr bis 14 Uhr im 1. Stock des Nachbarschaftshauses Friedenau, Holsteinische Straße 30 statt. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

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