Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

30.03.2020 / Kita und Familie

Ein Kita-Team im Einsatz während der Corona-Krise

Dankesbotschaft von Familie E. an das Team der Kita Riemenschneiderweg

Mit der Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 hat der Berliner Senat am 14. März 2020 die Schließung der Kindertageseinrichtungen sowie eine Notbetreuung für Kinder in Kitas und Tagespflege beschlossen.

Notbetreuung in der Kita - eine Herausforderung für alle Beteiligten

In den insgesamt 25 Kitas unseres Trägervereins Nachbarschaftsheim Schöneberg findet zurzeit in 19 Kitas eine Notbetreuung statt – dies kann sich von Woche zu Woche ändern, je nachdem wie groß der Bedarf ist. Die Kita Riemenschneiderweg in Schöneberg ist eine von ihnen. 15 Kinder sind am Standort für eine Notbetreuung angemeldet, etwa fünf bis sieben besuchen täglich die Einrichtung. Die Eltern dieser Kinder arbeiten in sogenannten systemrelevanten Berufen. Das heißt sie sind im Bereich der medizinischen Versorgung tätig, beispielsweise im Krankenhaus oder Pflegeberufen, üben Schlüsselpositionen in der Berliner Verwaltung aus oder arbeiten im Lebensmitteleinzelhandel.

Der Leiterin der Kita, Babette Kalthoff, kam zunächst die schwierige Aufgabe zu, ein Team von Erzieherinnen und Erziehern zusammenzustellen, das diese Aufgabe leisten kann.  Ältere Mitarbeitende und solche mit Vorerkrankungen kamen primär nicht dafür infrage. Außerdem alle diejenigen nicht, die nun aufgrund der Kita-Schließungen ihre eigenen Kinder zuhause betreuen müssen. Aber ob vor Ort in der Betreuung mit den Kindern oder nicht: Alle versuchen, so gut es geht, die Arbeit in der Kita zu unterstützen, nehmen sich Arbeitsmaterial mit nachhause oder bereiten Teamsitzungen vor. 

Wir sind hin- und hergerissen zwischen Abstand halten und den Kindern ein Gefühl von Normalität zu geben

Das Notfallteam besteht nun aus insgesamt sieben Kolleginnen, zusätzlich Babette Kalthoff als Leiterin sowie ihr Stellvertreter. Der Arbeitgeber achtet zwar darauf, dass sich die arbeitsfähigen Mitarbeitenden gleichermaßen abwechseln und so die Belastung auf breite Schultern verteilt ist, aber die Arbeit unter den derzeitigen Bedingungen stellt sie alle vor ganz besondere Herausforderungen.

Eine der Erzieherinnen berichtet: „Wir alle hier in der Notbetreuung sind hin-und hergerissen zwischen Abstand halten und den Kindern das Gefühl von Normalität zu geben. Wenn ein Kind zum Beispiel weint, weil es seine Mutter vermisst, sieht das Trösten und das in den Arm nehmen in Zeiten von Corona anders aus. Man lehnt das Kind dann eher mit dem Rücken an sich und dreht beim Trösten den eigenen Kopf weg. Ansonsten überlegen wir uns Bastelangebote und setzen die Kinder an mehrere Tische und weiter auseinander. Mehr können wir nicht tun. Die Kinder untereinander können beim Spielen keinen Abstand bewahren.“

Die Leiterin selbst ist zurzeit jeden Tag im Haus und für ihr Team da, ist Ansprechpartnerin für Sorgen und Nöte der Eltern und der Mitarbeitenden, auch der die zurzeit nicht vor Ort sind und muss gleichzeitig immer wieder auf aktuelle Veränderungen reagieren.

Dankbare Familien versüßen dem Team nun den besonderen Alltag in der Kita Riemenschneiderweg

Umso erfreulicher sind kleine Zeichen von Anerkennung der Familien, die hier ihre Kinder in guten Händen wissen. Eine davon ist Familie E. Ihre beiden Mädchen, dreieinhalb und sechs Jahre alt, besuchen die Sternschnuppengruppe der Kita Riemenschneiderweg. Die Mutter Sandra E. und ihr Mann arbeiten im Gesundheitswesen und werden selber dringend vor Ort an ihren Arbeitsstätten gebraucht. Frau E. ist für eine vollstationäre Pflegeeinrichtung mit mehreren Berliner Standorten tätig. Auch sie kennt ähnliche Sorgen wie unsere Kitaleiterin: Sie muss Mitarbeitende koordinieren, die wiederum eigene Kinder zu versorgen haben und ist besorgt um die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen sowie auch um die Bewohnerinnen und Bewohner ihrer Einrichtung. Es mangelt dort, wie überall, an ausreichender Schutzausrüstung für diejenigen, die gerade eine große Verantwortung tragen und besonders viel zu leisten haben.

Daher weiß sie das Betreuungsangebot der Kita sehr zu schätzen und ist dankbar für die liebevolle und verlässliche Betreuung ihrer beiden Kinder. „Kuschelig haben sie es hier mit den tollen Erzieherinnen, und trotz all der einschränkenden Maßnahmen können sie an der frischen Luft im Garten der Kita spielen und sind gut aufgehoben“ so Sandra E.

Über eine Dankesbotschaft der Familie freut sich nun die ganze Kita-Besetzung: Eine selbstgebastelte Karte und sehr leckere Süßigkeiten und Kekse. Diese versüßen jetzt dem Team den Kaffee oder Tee in ihren kurzen Pausen.

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