Im Blickpunkt

Sanieren für den Klimaschutz

Einladend und transparent: So wird der Eingang in der Holsteinischen Straße bald aussehen.

AUS DEN NACHBARSCHAFTSINFOS 12/09

Endspurt der Umbauarbeiten am Nachbarschaftshaus Friedenau: Für mehr als 1,5 Millionen Euro wird der Bau energetisch saniert, es geht gut voran. Die Kita am Park ist sogar schon fertig, sie strahlt im neuen Kleid. Und dieses sind nicht einmal die einzigen großen Bauvorhaben im Nachbarschaftsheim. Gleich mehrere Häuser werden instandgesetzt, um Energie einzusparen. Auch dank des Konjunkturpakets II der Bundesregierung.

Einen neuen, transparenten Eingang wird es bald in der Holsteinischen Straße 30 geben. Schon von außen sehen die Besucher/innen dann hinter einer Glaswand einen Empfangstresen, wo sie Informationen über all das erhalten können, was das Nachbarschaftsheim anbietet und was im „Nachbarschaftshaus Friedenau“ stattfindet. Oder wo sie zum Beispiel erfahren können, in welcher der zwei öffentlichen Etagen sie den Raum ihrer Veranstaltung finden. Auch in den vergangenen Monaten haben im Haus Kurse und Gruppentreffen, Qualifizierungen und Beratungen stattgefunden – alles inmitten einer umfangreichen Rundum-Sanierung. Das hat die Nutzer/innen sehr viel Anstrengungen gekostet. Auch der Bürobetrieb der Verwaltung des Nachbarschaftsheims lief und läuft hier ungeachtet des Baugeschehens.

Gros der Arbeiten vollbracht

Doch im Verlauf des Winters werden alle Arbeiten beendet. Nach dem Saal und dem Nachbarschaftscafé, die im Jahr 2006 neu gestaltet wurden, wird jetzt das gesamte Haus an der Ecke von Frege- und Holsteinischer Straße instand gesetzt. Die gröbsten Erneuerungen sind bereits vollbracht. Im Vordergrund steht die energetische Sanierung des mehr als dreißig Jahre alten Gebäudes. Neue Fenster sind schon eingebaut worden, alle Fassadenflächen werden derzeit speziell gedämmt, so dass der Heizenergieverbrauch erheblich sinken wird. Die Umstellung von der veralteten Ölheizung im Keller auf die Fernwärme aus dem zentralen Netz ist erfolgt. Das Land Berlin und die Europäische Union fördern den Umbau des Gebäudes, das Geld stammt aus dem Umweltentlastungsprogramm (UEP) II. Darüber hinaus investiert das Nachbarschaftsheim eigene Mittel.

Moderner Brandschutz

„Während der Arbeiten traten außerdem Mängel am bisherigen Brandschutzkonzept zu Tage“, erläutert Sabine Wapnitz, Leitung des Gebäudemanagements im Nachbarschaftsheim. Diese mussten dringend beseitigt werden. Also wurden neue Brandschutztüren installiert und die Fenster im Treppenhaus versetzt. Zudem gibt es künftig einen zweiten Fluchtweg über eine neue Metalltreppe in den Garten.

Sämtliche Wasser- und Abwasserleitungen im Haus wurden erneuert, auch das helfe bei dem langfristigen Ziel, natürliche Ressourcen zu schonen, sagt Sabine Wapnitz. Neben den beauftragten Fachfirmen haben die Haushandwerker des Nachbarschaftsheims viele Arbeiten übernommen, gerade im Sanitärbereich und ebenso bei der Renovierung der Hausflure. Im ganzen Gebäude werden schließlich energiesparende und umweltfreundliche Beleuchtungssysteme installiert, die sich beispielsweise in den Fluren nur dann einschalten, wenn dort auch wirklich Menschen unterwegs sind. Besucher wird es im Haus viele geben: Im Erdgeschoss ist weiterhin der Selbsthilfetreffpunkt zu finden, außerdem liegen dort die Büros der Ansprechpartner/innen für Ehrenamtliche, für den Treffpunkt 50 plus, die Pflegeberatung und die Familienbildung. Nebenan ist die Familienpflege Schöneberg-Steglitz, das Internetcafé für Senioren, auch die Redaktion der Stadtteilzeitung hat hier ihren Sitz. In der ersten Etage finden bei Kidöb viele Kurse und Beratungen statt, außerdem liegen dort viele Gruppenräume.

Barrierefreier Zugang und neuer Vorplatz

Auch der Vorplatz des Nachbarschaftshauses wird freundlicher und einladender gestaltet. Barrierefrei wird dieser Zugang zum Haus künftig sein, eine rollstuhlgerechte Rampe wird angelegt. Eine Mauer aus Muschelkalk, an der bisher Fahrradständer installiert waren, ist abgetragen worden, um den Raum großzügiger gestalten zu können. Daneben wird der Vorgarten an der Fregestraße neu angelegt, unter anderem entsteht ein Spielplatz speziell für Kleinkinder und ein „Nachbarschaftsgarten“, der auch als Terrasse des Cafés genutzt werden kann. Darin sollen viele der Kalksteine aus der alten Mauer wieder verwendet werden, sie liegen derzeit bereit. Fahrradständer wird es in Zukunft natürlich auch wieder geben. Sie liegen dann entlang der Gebäudefront in der Holsteinischen Straße. In einem hellen Beige wird das neu verputzte Haus in Kürze gestrichen, zwischen den Fenstern wird es grüne Paneele geben.

Leuchtend präsentiert sich bereits die Kita am Park, deren Sanierung soeben abgeschlossen wird. Foto: NbH

Kita am Park im neuen Kleid

In kräftigen Rot- und Ocker-Tönen präsentiert sich dagegen ein zweiter, rundum sanierter Bau des Nachbarschaftsheims: Die Kita am Park. Die Arbeiten werden hier sogar schon abgeschlossen. Das Haus, direkt am Volkspark Schöneberg gelegen, hat ebenfalls neue Fassaden erhalten, die das Gebäudeinnere wesentlich besser als zuvor isolieren. Mittel aus dem öffentlichen UEP II-Förderprogramm flossen in diese Sanierung, die das Haus an die Vorgaben der novellierten Energie-Einsparverordnung des Bundes anpasst. Das Nachbarschaftsheim hat den Umbau der Kindertagesstätte, die insgesamt 200 Kinder besuchen, kofinanziert. Leuchtend liegen die Gebäudeteile am Parkrand, gerade jetzt, im winterlich-lichten Gehölz, ist die Kita im neuen Kleid weithin sichtbar.

Seit Juni waren die Arbeiter am Werk. „Bei laufendem Kitabetrieb war das nicht immer einfach“, erzählt die Leiterin des Hauses, Gudrun Hirtmann, „aber alle Baufirmen haben viel Rücksicht genommen. Es war eine vorbildliche Zusammenarbeit.“ Alle Kinder, Erzieher/innen und Eltern erfreuen sich jetzt an dem schimmernd-leuchtenden Farben ihres Hauses, in Kürze wird auch der Garten, der in Mitleidenschaft gezogen wurde, wieder hergerichtet. Eine thermische Solaranlage ist auf dem Dach montiert worden, sie sorgt ab sofort für die Warmwasserbereitung. Neue Fenster gab es auch hier, genauso eine neue Heizanlage. Im Keller wurde ein sparsamer Gas-Brennwertkessel eingebaut. Bislang versorgt die Kita am Park auch das Gebäude der benachbarten Kita Freiherr-vom-Stein-Straße („Haus B“) mit Wärmeenergie, es gibt eine unterirdische Leitung aus der Zeit, als beide Häuser vom damaligen Bezirksamt Schöneberg errichtet wurden. Doch diese veraltete Verbindung verursache einen großen Wärmeverlust, erklärt Sabine Wapnitz vom Gebäudemanagement. Daher werden die Kindertagesstätten, die beide zum Nachbarschaftsheim Schöneberg gehören, bald versorgungstechnisch voneinander getrennt.

Mittel auch aus dem Konjunkturpaket

Im kommenden Jahr beginnt in der Kita Freiherr-vom-Stein-Straße ohnehin eine große Sanierung. Eben dann wird diese Integrationskita ihre eigene Heizungsanlage bekommen, außerdem eine wärmegedämmte Fassade sowie neue Fenster und Türen. Finanziert wird das aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung. Insgesamt sind dem Nachbarschaftsheim sogar sechs Bauvorhaben bewilligt worden, die es mit Hilfe des milliardenschweren Förderprogramms umsetzen kann. So werden etwa die rollstuhlgerechte Rampe am Eingang zum Nachbarschaftshaus Friedenau und ein neuer Fahrstuhl am Zugang zum Jugend- und Familienzentrum JeverNeun daraus finanziert.

Gründach am Kleistpark

Ganz vornan stehen jedoch immer die Sanierungen von Dach und Wänden, um Energie einzusparen. Ab Frühjahr 2010 wird etwa die Kita Vorbergstraße derart instandgesetzt, genauso das Kinderzentrum Lindenhof. In der Kita am Kleistpark hat die Sanierung und Dämmung des Daches begonnen, auf einem Gebäudeteil wird sie bereits abgeschlossen, der andere Teil folgt im Frühjahr. Hier drängte die Zeit besonders, denn an vielen Stellen drohten schon Lecks auf dem Flachdach. In Zukunft wird ein Gründach für ein gutes Klima sorgen, und das im wahrsten Sinne. Der Pflanzenteppich ist nicht nur für die Umgebung gut, weil er Staub bindet, Regenwasser aufnimmt und natürlich verdunsten lässt, sondern er isoliert auch die Räume der Kita selbst. Im Sommer heizt sich die obere Etage nämlich massiv auf. Damit soll nun Schluss sein.